WEEK 11
20.11.22
20
@
27
Caesars Superdome
New Orleans,Louisiana

Erneute Rams Niederlage trotz Atwell Touchdown

Mit einer durchaus guten ersten Hälfte gingen die Rams mit einer 14:10 Führung die Kabinen. Das Team spielte bis dato soliden Football, von den eklatanten Fehlleistungen vergangener Tage war überraschend wenig zu sehen. WR Tutu Atwell erzielte seinen ersten Karrieretouchdown durch einen 62-Yard-Pass von Matthew Stafford. Das Hoffen, dass die Rams diese Leistung konstant über das ganze Spiel halten können, war groß. Doch es kam, wie es kommen musste, Verletzungen, fehlender Offenseplan und viel Softzone in der Defense.
Das alles führte zur nächsten Niederlage und einen Record von 3-7.

Spielverlauf

Erster Rams Drive=3&Out. Darauf kann man mittlerweile fast wetten. Der erste Drive der Saints wurde durch eine sehr gute Defense Leistung gestoppt. Safety Taylor Rapp sorgte für einen Incomplete Pass in der Endzone. Aufgrund von zwei Sacks von DL Greg Gaines (8 Yard Raumverlust) und EDGE Leonard Floyd (7 Yard Raumverlust) waren die Saints gezwungen, ihren Drive mit einem 46-Yard-Fieldgoal abzuschließen. Die Saints führten damit 3:0.
Die Rams antworteten ziemlich schnell und auch ziemlich überraschend. Ein 62 Yard Pass von Stafford auf..... TROMMELWIRBEL.... TUTU ATWELL sorgte für eine 7:3-Führung der Rams. Dieses Play hat gezeigt, was für ein Potenzial Tutu Atwell hat und wo definitiv seine Stärke liegt. McVay sollte das öfter einsetzen, wenngleich man sich fragt warum er dies nicht schon früher getan hat. 12:11 Minuten vor Ende der ersten Halbzeit erzielten die Saints ihren ersten Touchdown, QB Andy Dalton warf einen 14 Yard Pass zu seinem TE Juwan Johnson. 10:7 Führung Saints.
Ein weiterer Passing Touchdown von Stafford auf Allen Robinson sorgte kurz vor Ende der Halbzeit für die 14:10 Führung.

Die Saints eröffneten die zweite Halbzeit mit Runs über 18, 13, 15 und 18 Yards. Ein 7 Yard Pass von Dalton auf WR Jarvis Landry brachte die Saints wieder in Führung, 17:14. Die Offense der Rams brachte nun nicht wirklich mehr etwas zusammen. Stattdessen bauten die Saints ihre Führung aus. Ein 53 Yard Pass von Dalton auf Rookie WR Chris Olave sorgte 5:47 vor Ende des dritten Viertels für eine 24:14 Führung.
Doch das Unheil der Rams war hier noch nicht erreicht. Stafford, der vergangene Woche gegen die Arizona Cardinals wegen einer Gehirnerschütterung nicht spielen konnte, musste nach einem 3rd-Down-Sack in das blaue Sanitätszelt. Anschließend ging er in den Locker Room und wurde auf eine Gehirnerschütterung untersucht (weitere Untersuchungen folgen, Ergebnis Stand Montag noch offen). Bereits zu Beginn des Spieles gab es eine Situation, bei der Stafford nach einem Tackle auf dem Boden liegen blieb.
Da der eigentliche Backup Quarterback John Wolford aufgrund einer Nackenverletzung inactive war, bekam nun Bryce Perkins seine Chance.
Mit seinem ersten Drive brachte er die Rams an die 15 Yard Line der Saints. Weil kein weiterer Raumgewinn erzielt werden konnte, mussten sich die Rams mit einem Field Goal begnügen. Matt Gay (die einzige Konstante im Team) verwandelte das Fieldgoal souverän aus 33 Yards. 24:17 Saints. Die Rams Defense hielt im nächsten Drive der Saints, die Offense bei einem 25 Yard Fieldgoal. Neun Minuten vor Spielende führten die Saints 27:17. Mit den nächsten drei Drives hatten die Rams immer die Chance den Spielstand zu verkürzen, aber jeder Drive endete mit einem Punt. Den letzten Ballbesitz bekamen die Rams 1:34 vor Ende des Spieles, die Chancen das Spiel hier noch zu drehen waren gering. 11 Sekunden vor Spielende schaffte erneut K Matt Gay ein 58 Yard Field Goal. Der anschließende Onside-Kick, sechs Sekunden vor Spielende coverten die Saints.

Was lief gut?

Das Rams Rush Game war gegen die Saints überraschend gut und gibt Hoffnung, dass es doch noch möglich ist, ein Rushing Game aufzuziehen. Insgesamt schafften die Rams 148 Yards durch den Lauf (Im Cardinals Spiel waren es nur 66 Yards). Cam Akers kam bei 14 Carries auf 61 Yards. Rookie RB Kyren Williams bei sieben Carries auf 36 Yards. Insgesamt fehlt weiter ein klarer RB1, allerdings wenn die Teilung der Carries und das Ergebnis der Yards am Ende stimmt, why not?
Ebenfalls gut hat mir Bryce Perkins gefallen. Für mich hat er einen deutlich besseren Eindruck gemacht als noch zuletzt Wolford gegen die Cardinals. Nicht nur, dass Perkins der zweitbeste Rusher für die Rams war, sein Passspiel war durchaus solide. Falls Stafford aufgrund des Concussion Protokolls ausfallen sollte, würde ich mir wünschen, dass Perkins im nächsten Spiel startet.

Was lief schlecht?

Ein Spiel ohne Verletzungen gibt es aktuell nicht. Stafford (Conucussion), T Ty Nsekhe (Knöchel) und DL A’Shawn Robinson (Knie) sind wieder drei Spieler, die womöglich länger fehlen werden. Gerade die ohnehin schon gerupfte O-Line wird weiter dünner. Ty Nsekhe verließ den Locker Room nach dem Spiel auf Krücken und mit einem Gehstiefel. Kein besonders gutes Zeichen, aber weitere Untersuchungen stehen noch aus.
Insgesamt muss man leider wieder feststellen, dass die Rams das gute Spiel aus der ersten Hälfte absolut nicht auf die zweite Hälfte übertragen konnten. Gefühlt hat von dem, was funktionierte, wenig bis gar nicht mehr geklappt. Die Defense konnte die Rams wieder lange im Spiel halten, allerdings fehlte in den wichtigen Situationen der Zugriff aufs Spiel. Gerade als man einen Turnover brauchte, sorgte die Soft-Coverage nicht für das ersehnte defensive Big Play.

Man of the Match

Der alte Mann Andy Dalton. 260 Yards und drei Touchdowns.

Play of the Game

Fazit

Die wenigsten werden nach dieser erneuten Niederlage noch an ein Erreichen der Playoffs glauben. Die Rams kreisen aktuell in einer Spirale, aus der sie scheinbar nicht entkommen können. Klar sorgen die erneuten Verletzungen weiter dafür, dass es auch so bleibt. Bis zur Verletzung von Ty Nsekhe sah die O-Line ganz gut aus und hat bis zur Verletzung von Stafford nur einen Sack zugelassen, während Perkins drei Sacks einstecken musste.
Das Rungame war auch ordentlich. Leider gelingt es den Rams nicht, ein Spiel konstant auf einem Level zu spielen. Eine Hälfte hui, die andere pfui.
Als nächstes reisen die Rams zu den Kansas City Chiefs. Das letzte Spiel war ein absolutes Spektakel. Von einem solchen Spektakel ist man zumindest auf Rams Seite weit entfernt.