WEEK 7
25.10.26
35
@
21
Allegiant Stadium
Las Vegas,Nevada

Rams räumen in Las Vegas ab

Es geht doch! Nach den bitteren Niederlagen gegen die Bills und Cardinals können die Rams nach dem Spiel gegen die Raiders endlich wieder einen Victory Monday feiern. Wie man es gewohnt ist, wurde das Spiel nach einer 28-6 Halbzeitführung nochmal unnötig eng, doch am Ende konnte Blake Corum den Deckel drauf machen. Und das alles ohne Trent McDuffie, Nate Landman und Davante Adams. Doch schauen wir uns den Spielverlauf etwas genauer an.

Spielverlauf

Das Spiel startete ernüchternd, nach einem 3&Out der Raiders musste auch die Rams-Offense nach nur drei Spielzügen den Ball wieder abgeben, dies war das zehnte Spiel in Folge ohne Opening Drive Touchdown. Eine Pass-Interference-Strafe gegen Josh Wallace brachte die Raiders in die Hälfte der Rams, Ex-Ram Matt Gay verzog den daraus resultierenden 51-Yard-Field-Goal-Versuch aber nach links. Nun kam die Rams-Offense ins Laufen und man stand schnell vor der Endzone der Raiders. Blake Corum glaubte schon mit einem 2-Yard-Run einen Touchdown erlaufen zu haben, eine Holding Strafe nahm ihn jedoch wieder vom Board. Zwei Plays später fing Davis Allen dann einen 3-Yard-Pass von Stafford in der Endzone und die Rams gingen mit 7-0 in Führung. Beim Kick-Off Return zeigte das Special Team der Rams wieder was es (nicht) kann und der Return endete erst an der Mittellinie. Mehr als ein 30-Yard-Field Goal sprang für Las Vegas aber nicht raus: 7-3.

Auch das zweite Quarter war komplett in den Händen der Rams. Mühelos brachte man den Ball bis an die gegnerische Endzone und beendete den Drive mit einem 5-Yard TD Pass, erneut auf TE Davis Allen. Die Raiders-Offense fand keine Antwort auf die Defense der Rams und musste erneut punten. Auch die Las Vegas Defense war weiterhin machtlos, vor allem gegen das Laufspiel der Rams und den abschließenden Touchdown-Pass (zum Stand von 21-3) über 11 Yards auf Puka Nacua.
Langsam gerieten die Raiders in Panik und man versuchte einen 4th&3 auszuspielen. Emmanuel Forbes Jr. war zur Stelle und schlug den Ball weg, wodurch die Rams an der eigenen 48-Yard-Linie erneut das Ruder übernahmen. Dieses Geschenk nahm man dankend an und weitete die Führung auf 28-3 aus, dieses Mal durch einen 17-Yard-Lauf von Kyren Williams. Vor der Halbzeit verkürzten die Raiders dann noch auf 28-6 durch ein Field Goal von Matt Gay.

Nach der Pause schien bei den Rams der Stecker gezogen zu sein. Der erste Drive endete mit einem 3&Out, dann überraschten die Raiders mit einem Fake Punt und fingen den Pass zum First Down. Sie schafften es jedoch nicht, daraus Kapital zu schlagen, denn das nächste ausgespielte 4th&2 an der 13-Yard-Line wurde von der Defense gestoppt. Der Ballbesitz sollte jedoch schnell wieder wechseln, denn direkt im nächsten Play verlor Kyren Williams den Ball und die Raiders konnten ihn an der 30-Yard-Line recovern. Doch auch dieser Drive endete ohne Punkte, ein zunächst als gefangen gegebener Pass auf Jalen Nailor bei 4th&5 wurde nach einer von McVay geworfenen Challenge Flag als incomplete gewertet.
Im nächsten Drive sah es zunächst wieder besser für die Rams aus, ein 43-Yard-Touchdown von Blake Corum wurde jedoch wegen einer Face-Mask Strafe von den Refs einkassiert und man puntete den Ball zurück zu den Raiders.

Nun kamen die Raiders ins Rollen, erst fing Tre Tucker einen 41-Yard-Pass von Cousins und anschließend, mit dem ersten Play des vierten Quarters, einen weiteren über 37 Yards zum Touchdown. Die 2-Point-Conversion war nicht erfolgreich, 28-12 Zwischenstand.
Wer die Rams kennt weiß, dass sie deutliche Spiele zum Ende hin gerne noch unnötig spannend machen. Deshalb dürfte es auch wenig überraschen, dass gleich der erste Pass von Stafford im nächsten Drive an Colby Parkinsons Händen abprallte und von Nakobe Dean gefangen wurde. Dieses Turnover verwandelten die Raiders in Punkte, Ashton Jeanty fing den Touchdown Pass über 15 Yards, die 2-Point-Conversion konnten die Raiders jedoch erneut nicht verwandeln. Noch 13 Minuten zu spielen, die komfortable 25 Punkte Führung ist inzwischen auf 10 Punkte geschrumpft.
Kurzzeitig hatte man das Gefühl, Sean McVay würde mal wieder in Panik verfallen und nur noch Pass Plays callen, er ging jedoch schnell wieder zum Lauf über. So nahm man mit jedem Play Zeit von der Uhr, Blake Corum erlief einen Touchdown zum 35-18 und die Raiders hatten nur noch gut sechs Minuten Zeit. Zu wenig, um den Rückstand noch aufzuholen, Braden Fiske und Byron Young durften Cousins noch in aufeinanderfolgenden Spielzügen sacken, bevor Matt Gay das Field Goal zum 35-21 Endstand kickte. Der Onside Kick wurde von den Rams aufgenommen, die nur noch die Uhr runterzuspielen brauchten.

Was lief gut?

Das Laufspiel. Williams und Corum kamen zusammen auf 192 Yards bei 33 Carries. Das sind 5,8 Yards pro Lauf und beide dürfen sich außerdem einen Touchdown in ihrem Stat Sheet notieren. Das hat Stafford das Leben leichter gemacht, es gab viele kurze 3rd Downs und die Offense blieb vor den Chains. Die Raiders kamen hingegen nur auf 48 Rushing Yards, Ashton Jeanty erreichte schlappe 1,88 Yards pro Carry.

Stafford warf bei 23 von 29 Pässen für 195 Yards und drei Touchdowns, alle in der ersten Hälfte. Mit dem dritten TD wurde er zum alleinigen Franchise Leader bei Touchdown-Pässen für die Rams, 155 Stück und damit einer mehr als Roman Gabriel. Er ist damit der erste QB, der diesen Meilenstein für zwei Franchises erreichte. Auch in Sachen Completions ist er jetzt Zweiter in der Franchise History. Die Bälle wurden gut verteilt, und man konnte den Ausfall von Adams durch vermehrten Einsatz der Tight Ends kompensieren. Auch Puka Nacua hat in diesem Spiel einen Meilenstein erreicht, er überholte Robert Woods in der ewigen Receiving Yards Liste der Rams und ist jetzt in den Top 10. Und das, obwohl er noch unter seinem Rookie Vertrag spielt. Alles in allem sah das Spiel der Rams auf beiden Seiten des Balles über weite Strecken endlich wieder runder aus, der Motor stotterte nicht mehr, er schnurrte wie ein Kätzchen. Auf der Haben-Seite muss man auch Kicker Brandon McManus erwähnen, er durfte zwar kein Field Goal schießen, aber immerhin hat er alle fünf Extrapunkte verwandelt - ein Fakt, den man bei den Rams leider erwähnen muss.

Was lief nicht gut?

Nach der Halbzeit fand man lange nicht wieder in den Rhythmus, man verlor zweimal den Ball und brachte die Raiders unnötigerweise wieder ins Spiel. Gerade der Fumble von Kyren Williams hat in so manchem Rams Fan schmerzliche Erinnerungen geweckt. Auch die Strafen kosteten Punkte, ein Touchdown durch Blake Corum wurde aberkannt, weshalb der Drive in einem Punt statt weiterer 7 Punkte endete. Dazu kam die PI gegen Josh Wallace, die den Raiders fast drei Punkte geschenkt hätte.
Auf der defensiven Seite des Balls konnte man Cousins zwar gelegentlich unter Druck setzen und auch zwei Sacks erzielen, er kam aber trotzdem auf 295 Passing Yards. Mit Blick auf die Liste der Defense Spieler war das aber fast schon zu erwarten.
Natürlich muss an dieser Stelle auch das Special Team erwähnt werden, man ist es ja gewohnt. Dieses Mal vor allem die Kickoff Coverage Unit. Bei den ersten beiden Kickoffs der Rams ließ man einen 36 Yard und einen 42 Yard Return zu. Dies führte dazu, dass man anschließend alle Kickoffs konsequent durch die Endzone schoss, um Returns komplett zu vermeiden.

Play of the Game

Der 11-Yard Touchdown Pass von Stafford auf Puka Nacua zum 21-3. Es war nicht das spektakulärste Play des Spiels, aber es war Staffords 155. Touchdown Pass, der ihm den Franchise Rekord einbrachte.

Player of the Match

Den Titel bekommt diese Woche Blake Corum. Mit seinen 93 Rushing Yards, 8 weiteren durch die Luft und einem Touchdown hat er sich den Titel mehr als verdient. Mehr noch, wenn man bedenkt, dass ihm zwei TDs aberkannt wurden. Fast hätte er sich den Titel teilen müssen, doch der Fumble von Williams hat jenen dafür disqualifiziert.

Fazit

Dieser Sieg war nötig, um das Team wieder in die Spur zu bringen, auch wenn die zweite Halbzeit wieder mal sehr viel mehr Nerven gekostet hat als nötig gewesen wären. Man ist wieder auf Platz drei der NFC West und nur einen Sieg hinter den Seahawks. Nun gilt es in den kommenden Wochen weiter aufzuholen, nächste Woche steht ein Spiel gegen die bisher sieglosen Chargers an und danach geht es nach Washington gegen die Commanders, die bisher nur einen Sieg auf dem Konto haben. Bei beiden Spielen sollten die Rams klare Favoriten sein, automatische Siege sind es aber bei weitem nicht. Man muss weiter an den Problemen im Special Team arbeiten und wir müssen hoffen, dass sich unser Lazarett langsam leert. Immerhin wurde angekündigt, dass Myles Garrett diese Woche ins Training zurückkehren wird, vielleicht dürfen wir ihn also bald endlich zusammen mit Aaron Donald auf QB-Jagd gehen sehen.