WEEK 8
31.10.21
38
@
22
NRG Stadium
Houston, Texas,

Rams @ Texans: Houston, wir haben kein Problem

Woche 8 ist durch. Endstand: 38-22 für die Rams. Der Score irritiert jedoch. Ein Außenstehender könnte meinen, dass das Spiel knapper als gedacht gewonnen wurde. Aber dem war nicht so. Bis in das vierte Quarter war es „all-Rams“. Und auch hier punkteten die Texans nur, da die Rams größtenteils ihren Backups Spielzeit gaben. Ein alles in Allem überzeugender Sieg der Rams gegen eine 3 Quarter lang völlig überforderte Texans-Mannschaft.


Spielverlauf

Über den Spielverlauf braucht man eigentlich nicht viel Worte zu verlieren. Die Rams punkteten im ersten Drive mit 13 Spielzügen und 75 Yards durch einen Drei-Yard-Pass auf RB Darrell Henderson Jr.

Die Texans fanden keine Antwort gegen unsere Defense und mussten nach zehn Spielzügen an der eigenen 30-Yard-Linie punten. Im nächsten Drive der Rams kamen die Rams bis zur gegnerischen Drei-Yard-Linie und entschieden sich dafür, den vierten Versuch auszuspielen. Der Passversuch aus der Shotgun zu Hendo war aber incomplete und somit gab es keine Punkte. Der darauffolgende Texans-Drive endete nach vier Versuchen mit einem Punt. Der dritte Drive der Rams brachte dann wieder Punkte auf das Board: Matt Gay traf aus 27 Yards zum 10-0. Der nachfolgende Versuch der Texans, ins Spiel zu kommen, brachte Rookie LB Ernest Jones die erste Interception seiner Karriere: Bei einem Passversuch von QB Davis Mills in Richtung eines alten Bekannten, Danny Amendola, undercuttete Jones die Route und schnappte zu, der Return brachte ihn bis zur 12-Yard-Linie der Texans. Kurz darauf wurden die Rams bei 4th und 3 von den Refs gerettet, für einen kleinen Trikotzupfer, wenn überhaupt, gab es eine Flagge für Defensive Holding, der Pass wäre nicht angekommen. Daraufhin warf Stafford einen sehr kurzen TD in ein enges Fenster, aber genau auf WR Robert Woods. Bei kurzen Routen harmonieren die beiden häufig sehr gut, auch wenn Woods in diesem Spiel einige uncharakteristische Drops hatte.

Im darauffolgenden Drive konnte Aaron Donald zum ersten Mal seine Finger an den gegnerischen Quarterback bekommen, auch wenn er sich den Sack mit ein paar anderen Spielern teilen musste, die gleichzeitg mit ihm dort ankamen, Jalen Ramsey sprang am Ende auch noch auf den Haufen drauf. Schnell hatten die Rams den Ball zurück und dann war es mal wieder soweit: Der beste Receiver der Liga fing einen langen Ball von Matt Stafford und erzielte mit nur einem Play 52 Yards, und das ganze Stadion rief wie ein Mann: "COOOOOOOOOOOOOOOOOOP!"

Leider schaffte er es nicht ganz bis zur Endzone, so dass Henderson bei 2nd & Goal noch aus etwas mehr als einem Yard unberührt in die Endzone joggen musste, um weitere Punkte zu erzielen.

Die Texans versucht nachfolgend ein Fieldgoal, nachdem sie es bis zur 27-Yard-Linie der Rams geschafft hatten. K Kaʻimi Fairbairn verschoss aber und die Mannschaften verschwanden beim Stand von 0-24 in die Kabinen. Die ersten drei Drives nach der Pause endeten in Punts, bis die Rams einen Touchdown zur 31-0 Führung erzielten. QB Matthew Stafford warf eine Bombe über 68 Yards zu WR Van Jefferson, der unglücklich auf den Ball fiel, aber kurz darauf wieder auf dem Platz stand. Wer war noch mal DeSean Jackson? Jefferson kann auch deep threat. WR Cooper Kupp durfte sich dann auch in die Scorerliste eintragen. Ein 11-Yard-Pass bei einer leicht verzögerten Post-Route, Verteidiger Terrance Mitchell konnte nur ehrfürchtig zuschauen. Die Texans mussten daraufhin wieder punten. Im Gegenzug durfte schon die zweite Reihe ran: WR Ben Skowronek fing einen Pass über knapp 20 Yards zur Seitenlinie und holte kurz danach bei 3rd and 2 eine genauso schwieriges wie wichtiges First Down, bei dem er hinter der Line of Scrimmage einem Tackler (erneut der insgesamt eher unglücklich agierende Mitchell) entwischte, um sich dann noch für einen Fünf-Yard-Gain am Marker vorbei zu werfen. Dann erzielten die Rams erneut einen Touchdown. Am Ende des dritten Quarters lief WR Robert Woods aus einem Jet Sweep zu seinem zweiten TD des Abends: 38-0. Das Spiel war eigentlich beendet, da jetzt die Backups aufs Feld kamen und so die Texans die Chance nutzen konnten, um zu punkten. Drei Touchdowns und eine two-point-Conversion stellten das Scoreboard am Ende auf 38-22.

QB Matthew Stafford hatte einen sehr guten Tag. Seine Stats: 21 von 32 für 305 Yards und drei Touchdowns, keine Interception. Das Passer-Rating steht bei 127,7. Nach dem dritten Quarter war Schluss und Backup QB John Wolford bekam Spielpraxis. Seine Stats sind eher zu vernachlässigen. Einer von zwei Pässen für fünf Yards, kein Touchdown und keine Interception für ein Passer-Rating von 56,3.
Ein Grund für das sehr gute QB-Spiel war die Offenseline. Gute Besserung an Andrew Whitworth, aber wir können sicher sein: Wenn er zurücktritt, haben die Rams mit Joe Noteboom einen Nachfolger, der in Big Whits Fußstapfen treten kann. Er hat erneut für ihn gespielt und die gesamte Offensive Line hat keinen einzigen Sack zugelassen.
RB Darrell Henderson ist die gesamte Saison schon gut und das hat sich in diesem Spiel nicht geändert. Bei 14 Touches lief er für 90 Yards. Das sind sehr gute 6,4 Yards per Carry. Er hatte einen Touchdown und vier forced missed Tackles. RB Sony Michel war auch mit von der Partie lief 42 Yards bei neun Touches. Das sind immer noch gute 4,7 Yards per Carry.
Das Receiving Corps sieht aus wie eines der Besten der gesamten Liga, auch wenn WR Robert Woods zwischendurch mal die Hände zitterten. Er fing drei von sechs Targets für 88 Yards, hatte einen Receiving- und einen Rushing Touchdown.
WR Cooper Kupp und QB Mattew Stafford stärken ihr Band: Kupp sammelte sieben von neun Pässen ein und fing einen Touchdown. Mit nur sieben Catches kam er erneut über 100 Yards durch die Luft: 115 Yards waren es in diesem Spiel. Das sind 16 Yards per attempt. Generell hat mal jeder seine Chance bekommen. Weitere Receptions machten Van Jefferson, Ben Skowronek und TE Tyler Higbee.
In der Defense und insbesondere der Defensive Line war DT Aaron Donald mal wieder das Aushängeschild. Zwei Sacks und vier Pressures stehen auf seinem Zettel. DT Greg Gaines und DT A'Shawn Robinson hatten auch einen guten Tag und konnten den Run in den Griff bekommen. Ogbonnia Okoronkwo konnte auch einen Sack erzielen.
Auf der Kenny-Young-Position und als Edge Rusher überraschte tatsächlich Rookie Ernest Jones mit einem sehr guten Spiel. Er hatte die einzige Interception, sieben Tackles, zwei Assists und 0,5 Sacks. Aber auch Edge Rusher Leonard Floyd sah wieder super aus. Auf seiner Haben-Seite stehen drei Sacks und fünf Pressures.
Die Secondary sprang so hoch wie sie musste, CB Jalen Ramsey zeigte mit seinem forced Fumble mal wieder, dass er der beste Corberback der Liga ist. Dont'e Deayon hätte fast noch eine spekakuläre Interception gehabt, diese wurde aber aufgrund einer Flagge zurück genommen.

Was lief gut?
Zur Offense und Defense braucht man bei einem Sieg von 38-0, oh Entschuldigung, 38-22 nicht viel sagen. Deswegen picken wir uns Einzelspieler bzw Positionsgruppen raus:
Rookie LB Ernest Jones hat Playmaker-Fähigkeiten. Er hat ein sehr hohes Spielverständnis und ist ein heftiger Tackler und athletischer Spieler.
WR Van Jefferson hat Potenzial, ein deep threat Receiver zu werden. Eventuell auch ein Grund ,warum DeSean Jackson keine weitere Spielzeit bekommen hat bzw. getradet werden soll.
Die Offensive Line hat einen super Job gegen die Texans Defensive Line gemacht. Nur ein Pressure und keinen Sack zugelassen, und das wohlgemerkt, ohne unseren „big guy“ Andrew Whitworth, der hervorragend von Joe Noteboom vertreten wurde.

Was lief schlecht?
Das Special Teams bekommen weiterhin keinen Fuß in die Tür. WR Tutu Atwell sah darüber hinaus schlecht bei seinen Entscheidungen als Puntreturner aus und verletzte sich an der Schulter.

Man of the Match

Es ist schwer, einen Man oft the Match zu wählen. RB Darrell Henderson sowie WR Cooper Kupp oder auch andere hätten es verdient, aber ich denke mit der Performance von Rookie LB Ernest Jones und seinen Stats können alle zufrieden sein. Dieser Meinung war auch Sean McVay, der ihm in der Kabine einen Game Ball überreichte.
Ein weiterer „Man oft he Match“ ist ohne Zweifel unser Head Coach selbst: Er übertraf Bill Belichicks Rekord: Mit einer Halbzeitführung hat McVay noch nie verloren, und das nun zum 43. Mal in Folge. Dazu erlangte er nun 50 Siege als HC in der Regular Season, und das als jüngster Trainer, dem das jemals gelungen ist. Glückwunsch!

Fazit und Ausblick

Das war ein guter und wichtiger Sieg für den anstehenden Schedule. Denn die kommenden Gegner werden wieder stärkere Teams aufs Feld schicken. Die Siege in einer etwas „leichteren“ Phase gegen die Lions und Texans waren also Pflicht. Der nächste Gegner sind dann schon die Titans, die ihr Spiel gegen die Colts mit Ach und Krach durch ein Field Goal gewinnen konnten. Dabei verletzte sich zu ihrem Pech auch noch Top-RB Derrick Henry. Den Gegner schauen wir uns in der Preview dann genauer an.