WEEK 7
24.10.21
19
@
28
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Rams siegen gegen Detroit

Flashbacks aus MetLife - man konnte sich an das Spiel gegen die Jets aus der vergangenen Saison erinnert fühlen, zumindest während des ersten Viertels am 24.10.2021 waren die Rams gar nicht Herr im eigenen Hause. Die Detroit Lions führten nach rund sieben Minuten mit 10:0 und die Rams-Offense hatte noch gar nicht den Platz betreten. Wie war es geschehen? Trickspielzüge (ja, Plural) bei den Special Teams. Rams-HC Sean McVay äußerte sich dazu nach dem Spiel folgendermaßen: “That’s what’s a little bit disappointing. That was not stuff that we were surprised by, but we didn’t execute and they did.” Sinngemäß haben die Lions also wie erwartet performt, die Rams aber in diesen Situationen nicht. Doch der Reihe nach.

Spielverlauf

Nach dem 62-Yard-Touchdown Catch-and-Run von Lions-RB D'Andre Swift im Opening Drive versuchten die Jungs aus der Motor City einen überraschenden Onside Kick gegen die Rams, die nicht besonders dafür aufgestellt waren. Das überraschte insbesondere LB Troy Reeder, der damit einem gebrauchten Tag nur den richtigen Start gab, und den Ball berührte, ihn aber nicht kontrollieren konnte, woraufhin die Lions etwas glücklich erneut die Posession erlangten. Nachdem die Defense nun besser hielt, mussten die Lions recht bald punten. Die Special Teams standen auf dem Feld, die Rams erwarteten den Ball tief mit Cooper Kupp als Returner, aber dort kam die Pille niemals an: Ein Pass zur linken Sideline von P Jack Fox auf Ersatz-Cornerback Bobby Price, der zunächst beschleunigte, kurz hinter dem First Down Marker aber anhielt und so Nick Scott keine Abwehrchance ließ, bedeutete ein erneutes First Down. Wenige Spielzüge später resultierte daraus ein Field Goal zu größten Führung der Lions.

Doch was danach folgte, als Matthew Stafford zum ersten Mal gegen sein ehemaliges Team auf dem Rasen stand, war keineswegs gleich die Offenbarung. Während die Offense grundsätzlich funktionierte, kam im ersten Drive "nur" ein Field Goal zustande, nachdem Higbee mit einem First Down Catch und Cooper Kupp mit einem Big Play über mehr als 30 Yards das Ganze gut in Gang gebracht hatten. Doch bei 3rd and 4 von der Lions-16 kam ein Edge-Rusher durch und zwang Stafford zu einem unpräzisen Wurf, der ohne Abnehmer in die Endzone bogenlampte. Matt Gay machte daraufhin aus 33 Yards die ersten Rams-Punkte klar und nun meinte man schon, dass es eventuell schwierig werden könnte. Doch als die Truppe von McVay erneut nur ein Field Goal aus 47 Yards zuließ, und daraufhin selbst einen Touchdown durch Van Jefferson erzielen konnte, wurden kollektiv die Defibrillatoren beiseite gestellt. Jetzt war klar: Solange das Spiel nur lange genug dauern würde, würden die Rams gewinnen. Und dann gibt es ja noch die Regel, dass die Rams unter McVay bei Halbzeitführung unbesiegt sind...

Eben jene Halbzeitführung wurde von Stafford und Kupp mit einem Ein-Mann-Screenpass hergestellt, Matt Gays Extrapunkt stellte die knappe Führung sicher, die Lions konnten mit einem weiteren Field Goal noch verkürzen -17:16 aus Sicht der Heimmannschaft. Der Spielzug zum Touchdown aber verdient besondere Aufmerksamkeit, könnte es doch der neue Hype bei den Rams werden: Henderson tief im Backfield, Robert Woods in einer Protection-Postion links hinter TE Tyler Higbee, der ebenso die Blind Side schützt, Van Jefferson vor Cooper Kupp im Zweier-Stack auf Höhe der Nummern rechts davon, Stafford under Center. Mit diesem Look können die Rams im Grunde jedes Target anspielen, und taten das im früheren Spielverlauf auch schon. Sowohl ein Run Play durch Henderson als auch ein Pass auf eine Out-Route von Woods war bis dato aus dieser Formation entstanden. Die Defense kann also (nur von der Formation ausgehend) schier unmöglich sagen, wer der bevorzugte Ballempfänger sein wird. In diesem Fall war es Kupp, der direkt nach dem Catch mit dem schmächtigen Jefferson als Vorblocker in die Endzone stolperte.

Technisch gesehen verwalteten die Rams danach das Ergebnis, wenn die Offense auch am Ende ein bisschen Hilfe von den eigenen Cornerbacks brauchte. Nach einigen Turnovers on Downs, Punts und der erneuten Lions-Führung durch, ihr ahnt es, ein Field Goal aus 31 Yards zum 19:17, starteten die Rams kurz vor ihrer eigenen Endzone. Doch nur zwei Plays später hagelte es eine 59-Yard-Completion von Stafford zu Kupp, der seinem Bewacher, 3rd String-CB Daryl Worley, mehrere Yards weit enteilt war. Wiederum nur wenige Spielzüge später machte Kupp mit einem 5 Yard TD Catch am rechten Pylon und Robert Woods mit einer 2-PT-Conversion aus dem Jet Sweep den Deckel drauf. Und nachdem Jared Goff am Ende des Spiels noch zwei kritische Interceptions zu Jalen Ramsey (in der Rams-Endzone) und Nick Scott warf, und zwischendurch Matt Gay ein Field Goal verwandeln konnte, war der 28:19-Endstand perfekt.

Was lief gut?
Die Offensive funktionierte überwiegend sehr gut gegen die defensiv arg gehandicapten Lions. Matt Stafford brachte vielleicht nicht jeden Pass an den Mann, aber warf auch keine einzige Interception. Daraus resultierte ein Passer Rating von 117,3 bei einer Completion Percentage von 68,3 Prozent (28/41), 334 Yards und 3 TD Pässen. Sowohl Cooper Kupp (10 Receptions, 156 Yards, 2 TD), der nun die NFL in Receiving Yards (809) und Touchdowns (9) anführt, als auch Robert Woods (6 Receptions, 70 Yards) waren für die Lions-Defense kaum zu kontrollieren. Van Jefferson (4 Receptions, 43 Yards) fing ebenfalls einen TD-Pass.

Was lief schlecht?
Die Special Teams vermissen ihren ehemaligen Coach John "Bones" Fassel. Seit der mit K Greg Zuerlein zu Dallas gewechselt ist, läuft es dort eher mittelmäßig für die Rams, und die Lions haben das in der ersten Halbzeit deutlich gemacht. Hier besteht Nachholbedarf. ILB Troy Reeder erwischte einen rabenschwarzen Tag: Er konnte den Onside Kick nicht festhalten, verpasste einige wichtige Tackles und wurde von Jared Goff häufig getargeted, was dafür spricht, dass die Lions Nummer 51 als Schwachpunkt der Defense ausgemacht hatten. Auch das Rushing Game lief eher bescheiden: Darrell Henderson Jr. kam nur auf 45 Yards bei 15 Attempts (3,0 YPC), Sony Michel betrieb keine positive Eigenwerbung (2 Carries, 4 Yards).

Man of the Match

Ganz klar Cooper Kupp mit 156 Receiving Yards und 2 Touchdowns.

Play of the Game

Die Interception von Jalen Ramsey in der eigenen Endzone, die das Spiel so gut wie sicher machte.

Fazit

Puh...am Ende ja nicht mehr ganz knapp, aber war das nötig? Egal, ein Sieg ist ein Sieg. Mund abputzen, weitermachen! In Week 8 geht es für die Rams nach Houston, wo die Texans (1-6) auf sie warten.