CONFERENCE
31.01.22
@
Sofi Stadium
Los Angeles,Kalifornien

49ers @ Rams: SUPERBOWL-BOUND

RAMS ARE SUPERBOWL-BOUND. Die Rams spielen im Heimsuperbowl 56 gegen die Cincinnati Bengals um die Lombardi-Trophy. WAS FÜR EINE SAISON. Es gab sicherlich Höhen und Tiefen, aber keiner kann bestreiten, dass die Rams in dieses Spiel gehören. Der „All-In“-Move vom Rams Front Office, angeführt von GM Les Snead, ist voll aufgegangen, es fehlt jetzt nur noch der große Wurf. Den können die Rams am 13.02.22 schaffen. Es würde uns für die Spieler und dem Coaching Staff der Rams freuen, wenn sie die Trophäe in Los Angeles behalten. Aber schauen wir uns das Spiel gegen die San Fransisco 49ers etwas genauer an, denn es war auch nicht alles super.

Spielverlauf

Erstes Quarter:
Der erste Drive der Rams und auch der der 49ers war von three-and-outs geprägt. Beide Mannschaften begannen schludrig und nicht besonders präzise. Das erste First Down gehörte den Rams durch eine 17-Yard Reception von WR Cooper Kupp. Auch RB Cam Akers konnte ein paar Yards gut machen und im darauffolgenden Pass fand QB Matthew Stafford TE Tyler Higbee für 13 Yards Raumgewinn. Die Rams standen vielversprechend bei Three-and-Goal, als QB Matthew Staffords Pass getippt und von S Jimmy Ward intercepted wurde.

Im darauffolgenden Drive konnten die 49ers etwas Raum gutmachen. Ein Pass von QB Jimmy Garoppolo auf WR Brandon Aiyuk brachte ein 12 Yard Gain. Auch ein weiterer Pass zu RB Elijah Mitchell wurde zu einen 18-Yard-Play. Bei Third-and-6 ging ein Pass von QB Jimmy Garoppolo zu WR Brandon Aiyuk ins Leere und wurde fast von LB Troy Reeder intercepted. P Brandon Wisnosky kam aufs Feld, sein Kick wurde an der Vier-Yard-Linie gedowned. Das erste Play von den Rams war von RB Cam Akers und brachte keinen Raumgewinn. RB Sony Michell lief daraufhin für acht Yards und bei Third-and-Two warf QB Matthew Stafford einen Pass, der nicht ankam. Es gab jedoch eine Strafe für Pass Interference an WR Odell Beckham Junior, diese beförderte die Rams an die 20-Yard-Linie. Nach zwei weiteren Spielzügen von Cam Akers holte Sony Michel ein First Down. **Zweites Quarter:** Die Rams schafften einen weiteren First Down durch einen Pass auf WR Odell Beckham Junior und nach zwei nicht angekommenen Pässen standen die Rams vor einem Third-and-ten. QB Matthew Stafford fand keine Anspielstation und erlief das First Down einfach selber: 14 Yards Raumgewinn zu Fuß. Da sich TE Tyler Higbee recht früh am Knie verletzte, hatte Ersatzspieler Kendall Blanton seinen Auftritt und konnte die Fußstapfen ausfüllen. Er wurde getargeted und machte direkt elf Yards gut. Ein Run von Sony Michel endete in einem Drei-Yard-Verlust, aber WR Cooper Kupp machte das mit einem sieben Yard Screenpass wieder gut. Im anschließenden Pass fand Stafford erneut Kupp für einen 15 Yard Gain. Der erste Touchdown der Rams kam nach einem Sack von DE Nick Bosa. Stafford warf einen 16-Yard-Pass auf Kupp in die Endzone. Die 49ers schlugen mit einem 32-Yard-Pass auf Aiyuk zurück. Den Touchdown veredelte WR Deebo Samuel mit einem 42 yard Run after catch. CB Jalen Ramsey versuchte ihn zwar noch out of bounds zu drängen, Deebo berührte aber noch den Pylon. Den nachfolgenden Drive der Rams eröffnete RB Cam Akers für einen one yard Gain, es folgte ein incomplete Pass zu Cooper Kupp. WR Odell Beckham Junior fing daraufhin einen Pass für 13 Yards. Ein erneuter Wurf auf WR Cooper Kupp flog incomplete, dies machte er aber direkt wieder mit einem diving Catch für neun Yards gut. Nach zwei kurzen Runs und einem incomplete Pass versuchte K Matt Gay das Fieldgoal, welches er verschoss. Mit unter zwei Minuten auf der Uhr liefen die 49ers das Fed herunter und es ging nach einem Fieldgoal von K Robbie Gould in die Kabinen zur Halbzeitpause. **Drittes Quarter:** Die 49ers starteten das dritte Quarter mit dem Ball und Jimmy Garoppolo warf fast eine Interception, aber der Pass auf Deebo Samuel konnte nicht von CB Jalen Ramsey abgefangen werden. Eine Neutral Zone Infraction Penalty von NT Greg Gaines verschaffte den 49ers ein unerwartetes First Down. Es gab weitere erste Versuche sowie ein weiteres Penalty von der Rams Defense, bis ein getippter Pass ein fouth Down bedeutete. Die 49ers mussten punten. Der nächste Drive der Rams endete nach ein paar First Downs in einem QB Sneak bei 4th and 1, der in einem Turnover on Downs endete. Hierbei verballerte Sean McVay die erste Challenge des Abends, Stafford hatte es nicht über die Linie geschafft, aber der HC wollte es genau wissen. Die 49ers ließen nicht locker und zimmerten einen Drive zusammen, der nach 5:54 Minuten nach einem 16 Yard Pass von QB Jimmy Garoppolo auf TE George Kittle in einem Touchdown endete. Der Extrapunkt war gut. Die Rams lagen zwei Scores hinten und musste so langsam auf die Tube drücken. In dem nachfolgenden Drive war der erste Pass von Stafford auf Kupp gut für sieben Yards. Die Rams bekamen aber nach einer 15 Yard-Strafe wegen Taunting ein First Down von den Refs. Ein Flea-Flicker Trickspielzug endete in einem 20 Yard Gain von TE Kendall Blanton und brachte McVays Team in die Red Zone. **Viertes Quarter:** Der Spielzug nach Blantons Raumgewinn war ein 10-Yard-Screen, ebenfalls zum TE. Ein Sony Michel Run brachte keinen Raumgewinn und die Rams schalteten wieder aufs Passspiel. QB Matthew Stafford fand WR Cooper Kupp für seinen zweiten Touchdown des Spiels. So langsam stieg die Nervosität. Es war klar: Ohne einen defensive stop, eine Interception oder sonstigen Turnover wird es eng für die Mannschaft aus LA. Garoppolo passte auf WR Deebo Samuel für 21 Yards Raumgewinn. Auch im nachfolgenden Spielzug war Samuel wieder allein auf weiter Flur für einen 11 Yard Gain. Man war an die letzten Spiele gegen die Mannschaft aus Santa Clara erinnert. Auch RB Elija Mitchell hatte Bock und erlief neun Yards. Die Defense der Rams ging in den Rage-Modus und stopfte die Löcher, sodass der zweite Spielzug von Mitchell einen Raumverlust von einem Yard bedeutete. Das Tackle kam vom "most valuable retired player" auf dem Feld: Eric Weddle. Beim third and two stoppte die Defense Mitchell an der Line of Scrimmage. Die 49ers punteten den Ball, anstatt dafür zu gehen. Die Rams rochen ihre Chance im nächsten Versuch, aber QB Matthew Stafford warf einen langen Pass, der eigentlich hätte intercepted werden müssen. Glück im Unglück: S Jaquiski Tartt ließ unbedrängt das Geschenk fallen. Der nächste Pass von Stafford auf WR Odell Beckham Junior war besser und gut für 30 Yards. Eine Unnecessary Roughness-Penalty der 49ers schenkte den Rams weitere 15 Yards mehr. Ein Wide Receiver Screen von Stafford auf Kupp war gut für 16 Yards. Ein fragwürdiger Third Down Call von HC Sean McVay brachte den Rams bei einem Pass von Stafford auf RB Sony Michel einen Verlust von vier Yards ein. Das Field Goal von K Matt Gay war aber gut, der Spielstand war ausgeglichen. Die Defense der Rams war weiterhin gefordert und Druck von DT Aaron Donald auf Jimmy Garoppolo führe dazu, dass der QB den Ball auf den Boden werfen musste. Eine Delay of Game Penalty brachte weitere fünf Yards Luft für die Defense. Eine Fast-Interception von CB Jalen Ramsey und ein Incomplete Pass forderte einen Punt der 49ers Offense. Die Offensivspieler aus LA bedankte sich bei der Defense mit einem weiteren Drive in die Redzone der 49ers und einem Fieldgoal zum 20-17. Nun musste die Defense nur noch einen Stopp forcieren und tat dies auch. Massiver Druck der Defense Line, und Jimmy G warf, als er sich schon zwischen Aaron Donalds Händen befand, zu Boden gehend eine verzweifelte Ente in Richtung Flat, die aber nur getippt wurde. LB Travin Howard war zur Stelle und wäre beinahe noch in die Endzone gelaufen, aber Greg Gaines war geistesgegenwärtig und brachte ihn zu Boden. Der Rest war Abknien und lächeln.

Was lief gut?

WR Cooper Kupp ist der beste Receiver der Liga und Odell Beckham Junior hat sich spätestens jetzt eingefunden. Kupp hatte in dem Spiel elf Catches für 142 Yards und zwei Touchdowns. Odell Beckham war mit neun Catches und 113 Yards nur knapp dahinter. So ein Spiel hatte er schon lange nicht mehr. Er macht zwar kaum so heftige und spektakuläre Catches wie damals bei den Giants, aber er scheint im McVay-System wieder voll aufzugehen. Auch Van Jefferson hat sich zu einem legitimen Wide Receiver entwickelt. Nicht auszudenken, was wäre, wenn Robert Woods noch zur Verfügung stünde. Diese Offense ist mit den Waffen aktuell kaum zu stoppen. Wird nur einer gedoppelt, können die anderen frei aufspielen und auch one-on-one sind sie kaum aufzuhalten. TE Kendall Blanton hatte ein sehr gutes Spiel. Er musste für den verletzen Tyler Higbee einspringen und hatte einige enorm wichtige Plays und Receptions.
Im Gegensatz zu Week 18 war die Offensive Line in diesem Spiel (laut Eyetest und PFF) besser. Das Team um OT Andrew Whitworth erlaubte bspw. nur sieben Pressures der 49ers Defensive Front. Im letzten Aufeinandertreffen waren es noch 22 Pressures. Auch die Sacks wurden weniger. In Week 18 ließ die Unit fünf und in diesem Spiel nur 1,5 Sacks zu.
Natürlich darf die Rams Defense hier nicht vergessen werden. Der Gameplan von DC Raheem Morris ist diesmal aufgegangen, auch wenn die 49ers lange geführt haben. Das Wichtige war, dass am Ende des Spiels die Defense auf voller Höhe war. Durch den Scheme konnte die Box vollgestellt werden, was den Run fast eliminierte. Laut Nextgenstats hatten die 49ers nur zwei erfolgreiche Runs von 20 Attemps, und mit diesen 20 Attempts konnten sie nur 50 Yards Raumgewinn erzielen! Das ist mit 10% Success die zweitschlechteste Rate in der Liga von allen Spielen. Das funktioniert, da man die Defensive Backs der Rams alleine gegen die Passempfänger stellen kann. Der aus dem Ruhestand geholte S Eric Weddle hatte auch viel damit zu tun. Immerhin hatte er im Spiel die meisten Tackles des Teams.

Was lief schlecht?

Da die Rams im Superbowl stehen, kann man schwerlich was Schlechtes finden. Was einem aber sicherlich direkt einfällt, waren die Challenges von HC Sean McVay. Es kann sein, das er etwas gesehen hat was ihn die roten Flaggen hat schmeißen lassen, aber die Entscheidungen waren doch mehr als fragwürdig. Selbst im TV konnte man sehen, dass die Szenen wohl nicht overturned werden würden. Die Coaches beraten sich normalerweise vor dem Wurf der roten Flagge. Warum diese trotzdem geflogen sind, weiß nur McVay. Das Problematische ist, dass man pro abgewiesene Challenge ein Timeout verliert und nach zwei misslungenen Anfechtungen die Möglichkeit, zu challengen, verfällt. Hier muss Sean McVay etwas feinfühliger werden, dies gab er im Nachhinein aber auch zu und nahm die Schuld auf sich.

Man of the Match

Auch hier hätten es wieder einige verdient. Aber da WR Odell Beckham Junior eines seiner besten Spiele in der Rams Offense hatte und nun für das große Spiel hoffentlich richtig heiß gelaufen ist, ist er für mich der „Man of the Match“.

Fazit und Ausblick

Was soll man großartig schreiben? Die Rams stehen zum zweiten Mal unter HC Sean McVay im Superbowl, mit dem Ziel, die Trophäe nach Hause zu holen. Sean McVay ist seit dem letzten Auftritt gereift und gewachsen und die Rams sollten diesmal eine noch höhere Wahrscheinlichkeit haben, das Spiel gegen die Überraschungsmannschaft der Saison, die Cincinnati Bengals, zu gewinnen. Ein richtig guter Gameplan und eine perfekte Umsetzung sollten der Weg zum Sieg sein. Lasst uns gemeinsam die Zeit bis zum Superbowl genießen, denn die Zeit vor dem großen Spiel gehört genauso mit dazu.