WEEK 4
03.10.21
37
@
20
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Bittere Heimniederlage

Nach drei Siegen zum Auftakt haben die Los Angeles Rams nun die erste Niederlage kassiert. Im heimischen SoFi-Stadium verlor man mit 20:37 gegen die Arizona Cardinals. Dabei hatte die Defense keine Antwort gegen die starke Offense der Cardinals. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel konnten sich die Gäste Stück für Stück absetzen und somit zum ersten Mal gegen ein Sean McVay-geführtes Rams-Team gewinnen. Aber gehen wir ins Detail.

Spielverlauf

Erste Halbzeit: Die Rams starteten gut in die Partie. Den ersten Drive nutzten die Gastgeber, um in Führung gehen. Matt Gay verwandelte ein Field Goal aus 42 Yards Entfernung. Nach einem schnellen 3&Out für die Cardinals haute Matthew Stafford die erste Bombe der Partie raus. Doch der Ball landete nicht in den Händen von DeSean Jackson, sondern Byron Murphy konnte ihn abfangen. Cardinals-Quarterback Kyler Murray zeigte seinem Positionskollegen dann, wie es richtig geht. Sein 45-Yards-Pass fand A.J. Green, der den ersten Touchdown des Tages erzielte.
Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Die Rams antworteten selbst mit einem Touchdown. Stafford fand Van Jefferson. Die Cardinals holten sich die Führung mit einem Touchdown von Tight End Maxx Williams wieder zurück. Dann folgte jedoch der nächste Turnover der Rams. Sony Michel verlor den Ball, den Budda Baker recoverte. James Conner nutzte den Ballgewinn und erhöhte aus kürzester Distanz auf 21:10. Nach einem Punt auf beiden Seiten hatten die Rams die Chance, den zweiten Touchdown zu erzielen. Doch Stafford verfehlte zweimal Cooper Kupp, sodass den Rams nur ein Field Goal blieb, das Gay aus 22 Yards versenkte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff stoppte die Rams-Defense dann aber die Cardinals an der Goalline. Somit blieb Arizona nur ein erneutes Field Goal aus 23 Yards. 20:13 war der Halbzeitstand.

Zweite Halbzeit:
Auch nach der Pause marschierte die Cardinals-Offense weiter übers Feld. Nach einem Stopp der Gastgeber verwandelte Prater ein 55-Yard-Field Goal. Die direkte Antwort der Rams blieb jedoch aus. Zwar hatten sie etwas Glück, dass die zweite Interception von Stafford nach einer Roughing-the-Passer-Strafe zurückgenommen wurde, aber das fehlte dann beim Field Goal. Gay schoss aus 46 Yards Entfernung rechts neben das Tor. Die Cardinals hingegen machten weiter Dampf und erhöhten durch einen weiteren Touchdown auf 34:13.
Die Rams bewiesen dann wieder Probleme in der Redzone und kamen erneut aus kürzester Distanz nicht in die Endzone. Warum es zweimal keinen Run aus einem Yard Entfernung gegen die schwache Lauf-Defense der Cardinals gab, wird wohl ein Geheimnis bleiben. In der Folge nahmen die Cardinals mit ausschließlich Run Plays viel Zeit von der Uhr und machten zudem Yard um Yard gut. Sie kamen bis zur Endzone, mussten dann aber wieder auf Prater vertrauen, der sicher aus 23 Yards verwandelte. Stafford führte dann seine Offense schnell das Feld runter und bediente Woods für den zweiten Rams-Touchdown zum 20:37-Endstand.

Was lief gut?

Sonderlich viel lief aus Rams-Sicht nicht gut. Positiv hervorheben lässt sich aber auf jeden Fall die Offensive Line. Sie erlaubte keinen einzigen Sack und insgesamt nur 11 Pressures. Andrew Whitworth ließ dabei sogar kein einzige Pressure zu. Auch im Run Game blockten sie die Räume für Darrell Henderson und Sony Michel gut frei. Die PFF-Grade von 88,6 ist die beste der aktuellen Saison. Da darf man sich die Frage stellen, warum nicht mehr Run Plays gecallt wurden.
Ansonsten hat Jalen Ramsey wieder ein gutes Spiel absolviert und bei vier Targets nur einen Pass zugelassen. Sichere Hände bewies Van Jefferson, der alle seiner sechs Targets für 90 Yards und einen Touchdown fing. Angesichts dieser Performance könnte er in den kommenden Wochen eine größere Rolle in der Rams-Offense einnehmen.

Was lief schlecht?

Fangen wir mit der Offense an. Neben dem bereits erwähnten Playcalling, das zu wenig Runs gegen die schwache Run-Defense eingebaut wurde, hatte auch Stafford einen Tag zum Vergessen. Sein QBR von 50,3 ist das schlechteste im Rams-Trikot. Seinen Würfen fehlte dabei die Präzision und er forcierte den Ball zu sehr auf Kupp, welchen er 13 mal anvisierte: doppelt so häufig wie den zweitbesten Rams-Receiver. Es beweist aber auch, dass Stafford noch nicht die Connection zu den anderen Wideouts hat, wie zu Kupp. Daran wird er arbeiten müssen, um gegen gute Defenses zu bestehen. Zudem fehlten die Big Plays komplett. Lediglich zwei Plays gingen weiter als 20 Yards.
Defensiv lief es bei den Blau-Gelben auch nicht rund. Der Pass Rush produzierte zwar drei Sacks, aber insgesamt machten sie zu wenig Druck auf Murray. Auch in der Verteidigung gegen den Run offenbarten sie Schwächen, die die Cardinals gnadenlos ausnutzten. Die Secondary außerhalb von Ramsey konnten die flinken Cardinals-Receiver nur selten in Schach halten. Besonders David Long Jr. wirkte hoffnungslos überfordert, erlaubte er doch fünf Catches bei fünf Targets für 89 Yards und einem Passer Rating von 158,3 (Maximalwert).

Man of the Match

Geht nach einer starken Partie an Kyler Murray, den QB der Cardinals.

Play of the Game

Fazit

Das Spiel hat gezeigt, an welchen Stellenschrauben die Rams noch arbeiten müssen. Die Niederlage kann in dieser engen Division zwar noch schmerzhaft sein, aber der Superbowl wird nicht im Oktober gewonnen. Es heißt jetzt einfach Mund abputzen und weitermachen. Schließlich wartet am Donnerstag schon ein weiteres Division-Duell gegen die Seattle Seahawks.