WEEK 2
18.09.22
27
@
31
Sofi Stadium
Los Angeles,Kalifornien

Bangen im vierten Quarter

Bis ins dritte Quarter sah alles gut aus, die Rams cruisten relativ komfortabel zu einer 25 Punkte Führung, 28-3. Doch anscheinend ist dieser Spielstand einfach verflucht, nach nur 3 Punkten in der ersten Hälfte marschierten die Falcons zielstrebig bis auf 31-25 vor und standen bereits in der Rams Redzone, bereit zum Ausgleich. Ein Mann hatte allerdings etwas dagegen: Der in der ersten Woche noch stark gescholtene Jalen Ramsey verhinderte mit einer Interception in der Endzone den Jubel der Gäste und die Rams entkamen Week 2 mit einem (wackeligen) Sieg.

Spielverlauf

Wie in Week 1 gewannen die Rams den Coin Toss und entschieden sich für Ballbesitz in der zweiten Hälfte. Anders als im Season Opener konnten die Rams aber(durch einen Blitz-Sack durch Bobby Wagner) die Falcons im dritten Down stoppen und der sonst so sichere K Younghoe Koo verschoss das folgende Field Goal aus 44 Yards Entfernung.
Die ersten und zweiten Scores des Spiel gingen auf das Konto der Rams. Allen Robinson durch die Luft in Drive I und Darrell Henderson jr. auf dem Boden in Drive II verbuchten jeweils einen Touchdown, für Robinson den ersten Touchdown als Ram und für Henderson den ersten Rams Laufspiel-Touchdown der Saison.
Mit ungefähr 2 verleibenden Minuten in der Hälfte konnten die Falcons durch ein Fieldgoal ihre ersten Punkte auf das Scoreboard bringen.
Der folgende 2-Minute-Drill der Rams wurde durch eine Stafford-Interception abrupt zum Stehen gebracht. Die Falcons konnten allerdings nicht vom Turnover profitieren: Rookie DB Cobie Durant konnte Falcons QB Marcus Mariota in der eigenen Redzone intercepten und Cooper Kupp beendete 2-Minute-Drill Nummer 2 mit einem Receiving Touchdown zum Halbzeitstand von 21-3.

Wie die erste Halbzeit endete, begann auch die zweite: mit einem Cooper Kupp Touchdown zum bei Falcons-Fans gefürchteten Spielstand von 28 zu 3. In der Mitte des dritten Quarters warf Stafford seine zweite Interception und dieses Mal konnten die Falcons im Drive nach dem Turnover Drake London mit seinem ersten NFL-Touchdown in seiner Heimatstadt belohnen. Die nächsten Punkte kamen zu Beginn des vierten Quarters durch ein Matt Gay Fieldgoal aus 20 Yards zum neuen Spielstand von 31-10. Zuvor hatten die Rams es aus kurzer Distanz nicht geschafft, den Ball in 3 Versuchen in die Endzone zu bringen. Henderson wurde im ersten Versuch nach 6 Yards an der 1-Yard-Linie gestoppt, danach fielen zwei Pässe auf sowohl Robinson als auch Kupp incomplete zu Boden.
Die Falcons konnten den Spielstand zumindest wieder etwas ausgleichen, da Olamide Zaccheus Jalen Ramsey für einen Touchdown schlagen konnte. Das Team aus LA wollte ab diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch die Clock runterlaufen lassen, die Falcons D schaffte allerdings einen Stopp und bei viertem Down kam der totale Momentum Dreh. Die Falcons blockten Riley Dixons Punt und trugen ihn direkt in die Endzone zum Touchdown. Mit der 2-Punkte-Conversion war das Spiel wieder offen: 31-25. Und dieser Momentum Shift wurde im nächsten Drive durch ein unglückliches Fumble von Cooper Kupp noch weiter verschlimmert.
Die Falcons kamen dem Ausgleich auch extrem nahe, bis der nach seinem blutleeren Auftritt in Woche 1 viel kritisierte Jalen Ramsey WR Bryan Edwards in der Endzone für eine Interception nach Randy-Moss-Art alt aussehen ließ, er sprang - hinter dem Receiver positioniert - deutlich höher als der Passempfänger und stibitzte ihm das sich herabsenkende Ei vor den fangbereit wartenden Händen weg.
Mit etwa einer Minute begann der letzte Rams Drive des Spiels, mit 12 Sekunden auf der Uhr erreichte er das vierte Down, welches die Rams nicht zum Punt nutzten. Backup QB John Wolford hatte die Idee für einen absichtlichen Safety. So nahm man nicht nur weitere 6 Sekunden von der Uhr, sondern gab auch Cordarrele Patterson, einem der besten Returner der NFL Geschichte, keine Chance auf einen Return TD. Aus genau diesem Grund schoss Riley Dixon den darauffolgenden Free Kick dann auch absichtlich ins Seitenaus.
Beendet wurde das Spiel mit einem Sack durch Justin Hollins beim finalen Hail-Mary-Versuch mit dem finalen Spielstand von 31-27.

Was lief gut?

Dieser Sieg fing ganz vorne an, gegen einen deutlich schwächeren Gegner im Passrush hielt die Offense Matthew Stafford sauber, nur insgesamt 3 Pressures und nicht einen einzigen Sack ließ die Gruppe zu, ebenso öffnete die Line im Rungame große Löcher für Darrell Henderson und Cam Akers, sie räumten Defender so schnell aus dem Weg, dass sogar die TV-Kommentatoren ein paar Witze machen mussten. Aber wo wir gerade bei Akers sind, nach nur 3 Attempts in Woche 1 sah seine Rolle in diesem Spiel deutlich größer aus, insgesamt 62 Yards über den Boden und durch die Luft konnte er erlangen. Cobie Durant, Rookie DB mit guten Ball Skills, konnte ebenso überzeugen, in der Rolle des Strong Safety konnte er in seinem ersten Saisoneinsatz sowohl eine Interception als auch einen Sack verbuchen.

Und natürlich führt, wenn man darüber redet, was gut lief, kein Weg an Cooper Kupp vorbei. Kupps Rekord von aufeinanderfolgenden Spielen mit 90+ receiving Yards liegt inzwischen bei 15. Generell kann man sagen, dass in diesem Spiel offensiv deutlich kreativere Spielzüge gecallt wurden, mehr Jet Motions, mehr Play Actions und nicht nur 11 Personnel. Besonders der letzte Punkt wurde zum großen Faktor mit einer neuen Formation. Die Rams haben insgesamt 19 von insgesamt 63 offensiven Plays mit Receiver Ben Skowronek als Fullback gespielt. Klingt erstmal komisch, aber der Erfolg gibt ihnen recht, ohne Fullback hatten die Rams ein EPA, die Effizienzmetrik für einzelne Plays, von 23 Prozent. Mit Fullback wurde diese Effizienz fast verdoppelt: 45%.

Was lief schlecht?

Die einfache Antwort? Das letzte Quarter!
Aber lasst uns genauer rein gehen. Ganz oben liegen natürlich die Turnovers, ganz oben die Interceptions von Matthew Stafford, 5 Ints in 2 Spielen sind einfach zu viel. Die beiden diese Woche waren auch einfach nicht gut, die erste sogar fast Goff-artig. Vor dem Snap zeigten die Falcons Cover 2, zum Zeitpunkt des Wurfs war aber bereits offensichtlich, dass Atlanta Cover 4 spielt. Offensichtlich für jeden außer Stafford, der machte seinen Read weiter auf Basis von Cover 2, sicher, dass der Defender underneath gehen wird um Kupp zu covern. Dies war nicht der Fall und führte zu einer einfachen Interception für die Falcons.
Das größte Problem lag allerdings in den Special Teams, Brandon Powell hat sich wieder geweigert, einfache Fair Catches zu machen und die Rams damit wichtige Feldpostionen gekostet. Den absoluten Momentum Shift im geblockten Punt haben wir ja schon weiter oben behandelt.

Man of the Match

So sehr ich Rookie Cobie Durant als Man of the Match bezeichen möchte, ist es doch Cooper Kupp, 15 Spiele lang könnte man inzwischen jedes Mal für Kupp argumentieren, so beeindruckend sind die Zahlen und viel wichtiger noch der Impact dieses Spielers.

Play of the Game

Das kann nichts anderes sein als der Game Icer, Jalen Ramsey is still HIM!

Fazit

Die Rams haben den Bounce Back geschafft, die Saison steht wieder bei 1-1, aber nicht nur das, die gesamte NFC West steht bei 1-1. Alles wieder auf Anfang. Das Spiel hat die meisten Fehler aus Week 1 korrigiert, das Playcalling sah deutlich besser aus, die 3rd Down Defense hat besser verteidigt und die 3rd Down Offense besser konvertiert.
Wenn Matthew Stafford seine Turnover in den Griff bekommt, spielen wir hoffentlich bald wieder ganz oben in der Divison. Der nächste Schritt dafür beginnt nächsten Sonntag mit dem ersten Divisonal Game gegen die Arizona Cardinals.