WEEK 15
19.12.21
10
@
20
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Seahawks vs. Rams Recap

In einem defensiv geprägten Tuesday Night Game konnten sich die Rams mit 20:10 durchsetzen. Das Spiel sorgte im Vorfeld schon für Kontroversen und bot auch nach Abpfiff Gesprächsstoff, da einige Schiedsrichterentscheidungen den Rams klare Vorteile brachten und schlussendlich zum dennoch verdienten Sieg halfen. In Los Angeles macht man damit einen großen Schritt in Richtung Playoffs und zieht, dank der Schützenhilfe aus Detroit, mit den Arizona Cardinals gleich.

Spielverlauf

Erste Halbzeit:
Die Rams begannen das Spiel ungewohnt konservativ und setzen im ersten Drive überwiegen auf das Laufspiel und kurze Pässe. Nachdem die Unit an der Seattle 42 kein neues First-Down erzielen konnte, schickte man die Punt Unit aufs Feld. Durch eine "Running into the kicker" Strafe, die den Rams zusätzliche 5 Yards einbrachte, war man in Field-Goal Range, woraufhin Matt Gay souverän aus 55 Yards verwandelte und somit für die ersten Punkte des Spiels sorgte. Die Seahawks konnten aus ihrem ersten Drive kein Kapital schlagen. Nach nur sieben Plays musste die Unit wieder vom Feld, nachdem Aaron Donald den Screen Pass zu Dallas roch und ihn vor der Line of Scrimmage stoppte. Anschließend sorgte die Seahawks Defense für ihr erstes Big Play. Nachdem die Rams eigentlich gut über das Feld marschiert waren, las Matthew Stafford bei einem tiefen Pass in die Endzone die Defense aus Seattle falsch, woraufhin der Ball in den Armen von S Quandre Diggs landete. Den anschließenden Ballbesitz konnten die Seahawks allerdings nicht in Punkte ummünzen, bei 3rd&11 brachte OLB Von Miller Russell Wilson zu Fall und konnte damit seinen ersten Sack im Trikot der Rams einfahren. Nach Punts auf beiden Seiten sorgte die Rams Offense für den nächsten Turnover, diesmal allerdings on Downs, nachdem Cooper Kupp bei 4th&2 an der Seattle 32 einen Pass nicht unter Kontrolle bringen konnte. Anschließend marschierten die Seahawks nochmal übers Feld und belohnten sich mit einem Field Goal, welches zum 3:3 Halbzeitstand führte.

Zweite Halbzeit:
Den ersten Ballbesitz in der zweiten Hälfte konnten die Seahawks direkt verwerten: Mit 11 Plays marschierte die Offense 75 Yards über das Feld, wo DeeJay Dallas schlussendlich aus vier Yard in die Endzone lief. Der Touchdown sorgte für die erste Führung der Seeadler. Die Reaktion der Rams ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nach einem 32-Yard-Pass von Stafford auf Kupp konnte Michel weitere 39 Yards erlaufen, woraufhin man sich an der 6-Yard-Linie der Seahawks wiederfand. Dort bediente Stafford erneut Cooper Kupp, diesmal in der Endzone, womit Kupp seinen 13. Touchdown der Saison erzielte und für den Ausgleich sorgte. Im anschließenden Seahawks Drive glänzte Jalen Ramsey: Bei 3rd&14 verhinderte er einen tiefen Pass an D.K. Metcalf, woraufhin die Seahawks Offense wieder vom Feld musste. Nach einem uninspirierten Three-and-Out der Rams hatten die Seeadler nochmals die Chance, den Ausgleich zu erzielen. Dieser wurde allerdings von der Rams Defense verhindert: Bei 4th&6 warf Russell Wilson einen Pass auf DeeJay Dallas, welcher allerdings von Rookie Ernest Jones verhindert wurde. Glück für die Rams: Das Play von Jones war eine klare Pass-Interference, wurde allerdings von den Refs ignoriert. So eine Fehlentscheidung darf eigentlich nicht passieren, zumal ein Schiedsrichter nur wenige Meter entfernt von dem besagten Play war. Dallas regte sich daraufhin (eigentlich zurecht) auf und beging dann den Fehler, den Ball frustriert wegzuschießen. Dafür wurde eine Flagge wegen Unsportsmanlike Conduct geworfen, was 15 Yards Strafe bedeutet, die nach dem Turnover angerechnet wurde. Dadurch waren die Rams in einer guten Feldposition und sorgten mit einem Field Goal für die Vorentscheidung. Eine Interception von Rapp in der Rams Endzone im folgenden Drive besiegelte das Schicksal der Seahawks endgültig.

Was lief gut?

Defensiv wussten die Rams zu überzeugen. Der Pass-Rush konnte konstant Druck auf Wilson ausüben und ihn immer wieder zu ungenauen Pässen zwingen. Am Ende stehen drei Sacks auf dem Konto der D-Line, verursacht durch Aaron Donald, Von Miller und Leonard Floyd. Rookie Ernest Jones spielte ebenfalls sehr solide und kann sich langsam als feste Säule in der Defense etablieren. Er hatte in diesem Spiel den grünen Punkt auf dem Helm, agierte also als der verlängerte Arm der Coaches auf dem Spielfeld, da er mit ihnen in Funkkontakt stand. Die Secondary hatte ebenfalls einen starken Tag: Russell Wilson konnte nur 55% seiner Pässe für 156 Yards an den Mann bringen. Am Ende konnte die Unit 6 Pass-Breakups und eine Interception verbuchen. Insbesondere Jalen Ramsey konnte glänzen, er ließ gegen D.K. Metcalf bei sieben Targets nur zwei Completions für 21 Yards zu.

Auf der offensiven Seite des Balles kommen wir nicht um die wöchentliche Erwähnung von Cooper Kupp in der „Was lief gut?“ Rubrik herum. Der Slot Receiver wusste abermals zu überzeugen und konnte am Ende 136 Yards und zwei Touchdowns fangen. Sony Michel erwischte ebenfalls einen guten Tag und konnte 92 Yards am Boden erlaufen(5.1 Yards per carry).
Matt Gay (der einzige Lichtblick der Special Teams dieses Jahr) war wie gewohnt souverän unterwegs und hat alle seine Field Goals und Extrapunkte verwandelt. Insbesondere das Field Goal aus 55 Yards im ersten Quarter konnte sich sehen lassen.

Was lief schlecht?

Die Offensive Line war schon im Vorfeld aufgrund der Ausfälle von Havenstein und Noteboom ein Fragezeichen. Leider hatte die Unit keinen guten Tag und sah gegen einen Seahawks Pass-Rush, der dieses Jahr im unteren Ligadrittel anzusiedeln ist, nicht gut aus. Vornehmlich Bobby Evans war auf Right Tackle eine klare Schwachstelle und wurde immer wieder von der Seahawks Defense-Line attackiert. Insgesamt konnten die Seahawks Matthew Stafford viermal zu Fall bringen. Henderson fand ebenfalls nur schwer ins Spiel und sah gegen Sony Michel, dem Leading Rusher, blass aus. Generell hat man gemerkt, dass die Rams aufgrund des Covid-19-Ausbruchs nicht richtig trainieren konnten, da offensiv öfter Ungenauigkeiten und Abstimmungsprobleme herrschten und McVay daher ungewohnt konservativ im Playcalling war.

Man of the Match

Hier führt mal wieder kein Weg an Cooper Kupp vorbei. Mit einem Raumgewinn von 136 Yards und zwei Touchdowns hatte er einen maßgeblichen Anteil am Sieg. Zudem hält er nun den Rekord für die meisten Receptions in der Rams Historie inne.

Play of the Game

....ist das Pass-Breakup von Jalen Ramsey, welches Seattle hinderte, nach dem Ausgleich der Rams in Führung zu gehen.

Fazit

In einem wie erwartet engen und schweren Spiel konnten sich die Rams schlussendlich durchsetzen. Die Fehlentscheidungen der Referees hinterlassen einen Beigeschmack, dennoch war der Sieg in Summe verdient. Man hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Seahawks die bessere Mannschaft waren und gerade defensiv hatte man Wilson und Co. bis auf einige Big Plays klar im Griff. Durch den Sieg steht man mit einem Bein schon in den Playoffs und kann sich sogar Hoffnungen auf einen Sieg in der Division machen: Nur die bessere Bilanz gegen Gegner aus der eigenen Division hält die Cardinals beim Ergebnis-Gleichstand (beide Teams stehen nun bei 10-4) in der NFC West vorne. Schon am Sonntag warten die Vikings im U.S. Bank Stadium auf die Rams.