WEEK 10
15.11.21
10
@
31
Levi's Stadium
Santa Clara,Californien

Rams @ 49ers: No-Frisco-Schmankerl

Harte Kost in Woche 10 für alle Rams-Fans. Das sieht man auch, wenn man das Internet und sämtliche Foren durchstöbert. Die San Francisco 49ers fegen die Los Angeles Rams aus Ihrem Stadion und geben auch noch einen schönen Gruß mit.

Spielverlauf

Die Rams entschieden den Münzwurf für sich und durften direkt loslegen. Es wurde auch gleich Neuverpflichtung WR Odell Beckham Junior mit eingebunden. Das ging dann aber nach hinten los, denn ein Pass zu Odell wurde nach einem Missverständnis mit Stafford von S Jimmie Ward abgefangen. Der erste elf-minütige Drive der 49ers ging dann für 88 Yards und endete in einem Touchdown von TE George Kittle. Bei der nächsten Possession der Rams kam dann der nächste Dämpfer. Nach einem kurzen Drive über 14 Yards und sechs Plays warf QB Matthew Stafford einen Pick Six. Der Pass konnte von TE Tyler Higbee nicht unter Kontrolle gebracht werden, glitt ihm durch die Hände direkt zum doppelten Interceptor Jimmie Ward. Der erste Touchdown der Rams gelang dann im darauffolgenden Drive durch TE Tyler Higbee. Die 49ers antworteten wiederum nach zwei Big Plays mit einem Touchdown von WR Deebo Samuel und bauten somit die Führung aus. Die Rams versuchten vor der Halbzeit noch krampfhaft den Anschluss zu bekommen und wollten ein Fake Fieldgoal in einen Touchdown verwandeln. Dies ging nach einem zu kurzen Pass auf Kendall Blanton schief und der Ball ging an die 49ers. Diese knieten ab und es ging in die Halbzeitpause.
Die ersten beiden Drives in der zweiten Halbzeit endeten in Punts. Die 49ers verwandelten im dritten Drive ein Fieldgoal, um die Führung auf 24:7 aufzustocken. Die Rams schafften es anschließend nicht, den Ball anständig zu bewegen und es gab, mit einem Drive der 49ers, drei Punts. Die 49ers schafften noch einen Touchdown im vierten Quarter. Ein Fieldgoal durch Matt Gay und einen Turnover on Downs später war dann Feierabend: Endstand 31:10.

Was lief gut?

Selbst wenn er nicht seinen besten Tag hatte, kann man WR Cooper Kupp hervorheben. 13 Targets, elf Receptions und 122 Yards sind eine absolute Star-Statline, auch wenn die Touchdowns fehlen. Auch CB Jalen Ramsey hat gezeigt, warum er der bestbezahlte Cornerback der Liga ist. Ramsey ist ein emotionaler Leader, das zeigt er auch immer wieder auf dem Feld und an der Sideline. Auch die Offensive Line war wieder besser als gegen die Titans. Zwar wurde Matthew Stafford zwei mal gesackt, aber an sich blieb die Pocket sauber. ILB Troy Reeder hatte auch mal wieder eines seiner besseren Spiele: 11 Tackles und einen großen Stop mit einem Tackle for Loss.

Was lief schlecht?

Man kann schon sagen, dass es so aussah, als ob die Defense nicht richtig vorbereitet war. Wenn es ein laufstarkes Team gibt, dann die 49ers. Wo sonst gibt es ein Team mit einem starken richtigen Fullback wie Kyle Juszczyk. Die Rams konnten den Run überhaupt nicht stoppen und standen dadurch ständig bei schwierigen 3rd and short Downs. Somit marschierten die 49ers ungebremst über das Feld. Dazu kam, dass Jalen Ramsey „nicht zum Vorteil“ eingesetzt wird. Bei DC Brandon Staley wurde Ramsey immer auf den besten Wide Receiver gestellt. In Morris' Defense wird alles bunt gemischt. Das resultiert darin, dass nicht so erfahrene CB’s wie beispielsweise Robert Rochell auch mal gegen absolute Topspieler wie WR Deebo Samuel oder TE George Kittle spielen. Ob dies die besseren Matchups sind muss man hier hinterfragen.

Das Playcalling von HC Sean McVay war wieder relativ fragwürdig. Die Statistik zeigt: Nur neun Runs wurden gecalled. Warum das so war, weiß nur er. An einem schlechten Laufspiel kann es nicht gelegen haben. RB Darrell Henderson hatte fünf Carries und er schaffte 6,2 Yards pro Versuch. Sony Michel erlief bei vier Carries 5 Yards pro Versuch. HC Sean McVay muss selbst reflektieren, warum die Offense so unbalanced ins Spiel geht und dies auch noch so beendet, obwohl QB Matthew Stafford doch eher unsicher war. Auch CB Darious Williams muss leider hervorgehoben werden. Letztes Jahr war er richtig gut, in den letzten Spiele hat er jedoch stark abgebaut. Er hatte sich am Knöchel verletzt und musste drei Spiele aussetzen. Eventuell hat es etwas damit zu tun, aber er ist aktuell nur noch ein Schatten seiner starken Performance aus dem letzten Jahr. Das Aushängeschild im Spiel war der Touchdown von TE George Kittle, wobei Williams in der Coverage einfach nicht gut aussah. QB Matthew Stafford fängt an, etwas wackeliger zu spielen. Hier muss in der Bye-Week geschaut werden, dass er wieder in die Spur kommt. Auch TE Tyler Higbee hatte mal wieder nicht sein bestes Spiel, konnte einen Pass von Stafford nicht eintüten und verlor den Ball dabei. Bei einem anderen Play fing er den Ball zu einem third Down and long nicht, obwohl kein Gegenspieler in seiner Nähe war. Man sieht, die Negativ-Liste ist lang.

Man of the Match

CB Jalen Ramsey bekommt diese Woche den Titel. Er ist zwar oft sehr emotional auf und neben dem Feld, aber er ist ein Leader der Mannschaft. Es hat zwar ein großes Play, wie etwa eine Interception oder ein Sack, gefehlt, aber er hatte wieder sehr gute Plays und hat damit mal wieder gezeigt, dass er ein Fels in der Brandung ist.

Fazit und Ausblick

Das Team muss ich in der Bye Week zusammensetzen und an den Fehlern, die über die letzten Spiele aufgetreten sind, arbeiten. Wir kennen McVay und sein Team jetzt länger und wissen: Es wird was passieren. Man darf jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sollte positiv in die Zukunft blicken. Die Rams sind immer noch eines der besten Teams der NFL und wir können uns sicher sein, dass nach der Bye Week wieder richtig angegriffen wird.