WEEK 1
08.09.22
31
@
10
Sofi Stadium
Los Angeles,Kalifornien

Bittere Niederlage für die Rams

Das hatten sich die Rams-Fans anders vorgestellt. Der Super-Bowl Champion unterlag im Auftaktspiel deutlich gegen die Bills und offenbarte eklatante Schwächen, die das Team von Sean McVay schnellstens beheben muss, um in diesem Jahr eine realistische Chance auf den Titel zu haben. Unser Headcoach verlor zum ersten Mal in seiner Karriere ein Auftaktspiel und hat ebenfalls zum ersten Mal einen negativen Record: 0-1.

Spielverlauf

Die Rams gewannen den Coin Toss und entschieden sich dafür, die Bills-Offense als Erstes aufs Feld zu lassen. Angeführt von Josh Allen konnte das Team aus Buffalo direkt punkten. 9 Plays für insgesamt 75 Yards sorgten für die 7:0 Führung der Bills. Auffällig war hier die Geduld, die Allen an den Tag legte. Die Rams spielten überwiegend mit 2 High Shells, um Offensive Big Plays zu verhindern. Die Bills nutzten daher vorrangig kurze Pässe und das Laufspiel, wogegen die Rams keine Antwort hatten. Den anschließenden Drive der Rams konnte die Bills-Defense nach 6 Plays beenden, P Riley Dixon kam so zu seinem ersten Einsatz. Von Miller konnte hier den ersten von vielen Bills-Sacks einfahren. Die Rams-Defense lieferte aber ebenfalls ein Big-Play, LB Terrell Lewis fing einen Pass von Josh Allen auf Isiah McKenzie ab und sorgte für einen Ballbesitz der Rams. Offensiv war allerdings immer noch Sand im Getriebe, da man nach drei Plays nur sieben Yard erzielte und wieder punten musste. Zwei Plays später erfolgte der nächste Turnover, Rookie James Cook unterlief ein Fumble. Die Rams waren aber auch in Geberlaune, nach einem erfolglosen Run von Akers warf Stafford einen sehr ungenauen Pass auf Higbee, der von den Bills abgefangen wurde. Die Bills konnten sich bis zur Red Zone vorarbeiten, fanden aber die Endzone nicht, weshalb Kicker Tyler Bass auf 10-0 erhöhte. Nun sollten aber die Rams endlich aufs Board kommen. Nach ein paar kurzen Pässen von Stafford und einem 18-Yard-Lauf von Henderson konnte Cooper Kupp einen Pass mit sehenswertem Toe-Tapping an der Kante der Endzone unter Kontrolle bringen, um so endlich den ersten Score für die Rams einzufahren. Die Bills konnten darauf nicht antworten, denn Josh Allen warf einen Pick, Cleveland-Rückkehrer Troy Hill griff zu. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit stand es dann unentschieden, denn K Matt Gay verwandelte ein sehenswertes Field-Goal aus 57 Yards: 10-10.

Wer allerdings dachte, das Momentum hätte sich gedreht, lag falsch: Die Rams-Offense musste bei ihrem ersten Ballbesitz punten, worauf die Bills mit einem Touchdown antworten. Stafford und Co konnten darauf nichts erwidern, da der starke Bills Pass-Rush abermals zuschlug und den QB1 der Rams zweimal zu Fall bringen konnte. Die Bills machten jedoch da weiter, wo sie aufgehört hatten: Josh Allen führte die sein Team mit effektivem Kurzpassspiel über das Feld, marschierte dieses Mal selbst in die Endzone und erhöhte den Score auf 24-10. Die Rams standen nun mächtig unter Druck und mussten zwingend punkten, damit das Spiel noch spannend bleibt. Stafford überwarf aber Kupp bei 1&10 an der eigenen 43, wodurch der Ball in den Armen von Jordan Poyer landete. Josh Allen sorgte anschließend für das nächste Big-Play. Die Rams wechselten auf 1 High Shells, was direkt mit einem tiefen Pass von dem Quarterback der Bills bestraft wurde. Stefon Diggs übertölpelte Jalen Ramsey und fing neben dem stolpernden Rams-DB eine 53-Yard-Bombe in der Endzone der Rams. Der daraus resultierende Score von 31-10 sorgte für die Vorentscheidung. Stafford warf noch einen Pick und die Rams Defense konnte noch einen Fumble recovern, was jedoch nichts mehr am finalen Score änderte.

Was lief gut?

Bei so einer hohen Niederlage fällt es natürlich schwer, positive Punkte zu evaluieren. Eine offensichtliche Ausnahme ist hierbei Cooper Kupp, denn mit 13 Receptions für 128Yd und einem Touchdown war er der einzige Lichtblick in der Rams-Offense und rettete wenigstens den Fantasy Spielern, die ihn aufgestellt hatten, den Abend.

Ansonsten sind die vier Turnover, die die Defense erabeiten konnte, erwähnenswert, welche die Rams Offense besser hätte nutzen müssen. Matt Gay spielte fehlerfrei und konnte ein sehenswertes Field-Goal verwandeln.

Was lief schlecht?

Wo fangen wir hier an? Das offensichtlichste Mismatch des Abends war die Rams O-Line. Diese hatte einen rabenschwarzen Tag und in den letzten Jahren war die O-Line der Rams selten so schlecht, wie in diesem Spiel, obwohl die Bills kein einziges Mal blitzten. Andrew Whitworth wird schmerzlichst vermisst. Insgesamt wurden 23 Pressures und 7 Sacks zugelassen, was dazu führte, dass Stafford in keinen Rhytmus kam und immer wieder Ungenauigkeiten im Spiel hatte. Natürlich kann man auch Stafford nicht frei von jeder Schuld sprechen, da er mit drei Turnovern der Rams Offense wenig half. Das Laufspiel hat ebenfalls nicht funktioniert. Warum Cam Akers nicht nennenswert involviert wurde, weiß man aktuell nicht. Allen Robinson konnte keinen guten Einstand liefern und wurde nur zwei Mal angeworfen.

Auf der Defensiven Seite sticht hier lieder die negative Perfomance von Jalen Ramsey heraus. Er wurde siebenmal angeworfen und ließ sechs Receptions für 124YD und zwei Touchdowns zu. Die D-Line konnte kaum Druck auf Allen ausüben, was allerdings auch am Quick Passing Game der Bills lag. Die LBs und DBs konnten kurze Routen nicht Covern und ließen zu viel Yards after Catch zu.

Man of the Match

Unser Man of the Match Award muss hier fairerweise an Josh Allen gehen, der ein herausragendes Spiel gemacht hat.

Play of the Game

...ist der erste Rams Touchdown der Saison von Cooper Kupp.

Fazit

Es klingt zwar altbacken, aber eine Season wird nicht nach dem ersten Spieltag entschieden. Den Rams wurden die Grenzen aufgezeigt und die Spieler und Coaches müssen einiges an Hausaufgaben erledigen, wir haben aber immer noch ein starkes Roster, welches mehr leisten kann, als im Auftaktspiel gezeigt wurde. Nächste Woche geht es nach Atlanta gegen die Falcons, wo sich das Team hoffentlich besser präsentieren kann.