WEEK 14
13.12.21
@
State Farm Stadium
Glendale,Arizona

Rams vs. Arizona II: Blockbuster in Glendale

Rocky II, Stirb Langsam II, Terminator II - sie können alle einpacken. Rams vs. Cardinals II, die Fortsetzung des NFC-West-Spitzenduells zwischen den Teams aus Los Angeles und Arizona wird die am meisten erwartete und hoffentlich die erfolgreichste Fortsetzung aller Blockbuster. Im State Farm Stadium von Glendale, Arizona und auf der ganzen Welt an den Endgeräten wird dieses Match verfolgt werden - wir werfen vorab für euch einen Blick aufs Matchup und wagen eine Prognose. In Deutschland läuft das Spiel im Gamepass im Einzelstream. Das Spiel wird in den USA bei ESPN (Monday Night Football) übertragen, die deutschen Fans müssen also leider in der Nacht auf Dienstag um viertel nach zwei die Wecker stellen, um den Kickoff nicht zu verpassen.

Über die Arizona Cardinals

Division: NFC West
Record: 10-2
Standing: 1st
Key Players: QB Kyler Murray, WR DeAndre Hopkins, S Budda Baker, RB James Conner, LB Chandler Jones, TE Zach Ertz - und das sind noch lange nicht alle.

Offense

Make no mistake: Die Cardinals sind ein, wenn nicht neben den Buccaneers das Powerhouse in der gesamten Liga. Ein im Oktober auf Twitter veröffentlichtes Bild zeigt Kyler Murray mit dem Infinity Gauntlet, der mächtigen Waffe des Oberbösewichtes Thanos im Film "Avengers: Endgame". Er steckt dort einen mit "Ertz" beschrifteten Infinity Stone in den goldenen Handschuh, der mit Hopkins, Conner und den anderen Offensivkräften bereits gut bestückt ist. Das illustriert die Feuerkraft der Cardinals sehr gut. Nach Maxx Williams' Verletzung klaffte die einzige Lücke im Kader der Cards an der Strong Side der O-Line, und mit Ertz kam aus Philadelphia ein würdiger Vertreter.

Die rechtmäßigen Anführer der NFC West stehen zwei Siege vor den Rams und konnten uns im Hinspiel auch schon relativ deutlich mit 37-20 schlagen. An guten Tagen gelingt ihnen alles. Selbst wenn gute Defenses sie vor Herausforderungen stellen, haben sie immer noch Kyler Murray. Einen Quarterback, der gerne mal in eigentlich komplett zerbrochenen Plays bei 3rd and long einen 30-Yard-Touchdown erläuft oder wirft. DeAndre Hopkins war schon in Houston einer der besten Deep Threats der Liga. In Glendale hat sich daran nichts geändert. Das Backfield, angeführt von Leading Rusher James Conner, hat in den Spielen, in denen Hopkins und Murray verletzt waren, vermehrt die Kastanien aus dem Feuer geholt. Conner würde gegen die Rams sehr gerne einen Teamrekord einstellen: einen Touchdown pro Spiel in sieben Spielen hintereinander zu erzielen. Möglich wäre es. Gehalten wird der Franchise-Rekord von einem Runningback aus der Prä-Superbowl-Ära: Dem 1958 von den Cards gedrafteten Heisman-Trophy-Gewinner und vierfachen Pro Bowler John David Crow gelang es jahresübergreifend zwischen 1959 und 1960. Was die Receiver angeht: Im Hinspiel konnte die Rams-Secondary Hopkins zwar an die Kette legen, dafür drehte aber A.J. Green, der nominelle #2 Receiver, auf und machte ein gutes Spiel. Das könnte wieder eine Option für Arizona sein.

Defense

Eigentlich beinhaltet die Cardinals-Defense mehr als nur zwei große Stars. Aber durch Verletzungen und coronabedingt scheint das Spotlight auf den Safety: Budda Baker. Er ist immer für Impact Plays zu haben. Als nächstes kommt der dynamische OLB Chandler Jones, dreifacher Probowler und Super-Bowl-Sieger mit den Patriots, der schon über 100 Sacks in seiner Karriere erzielen konnte. Auf der Liste der Namen, die man ganz sicher erwartet hätte, steht mit J.J. Watt quasi der Aaron Donald der Defensive Ends ganz oben. Auch wenn er in letzter Zeit immer häufiger verletzt war, macht alleine seine Präsenz auf dem Feld schon einen riesigen Eindruck auf gegnerische Offensive Linemen. In diesem Spiel wird er Rob Havenstein und Andrew Whitworth allerdings keine Probleme bereiten: Eine Schulterverletzung von Ende Oktober, die operiert werden muss, könnte sogar das Saisonaus bedeuten. Er steht auf jeden Fall auf der IR-Liste und erscheint deshalb nicht auf dem aktuellen Injury Report. Die Run Defense der Cardinals ist 16. der Liga bei zugelassenen Yards (Rams 7.), die Pass Defense steht bei den zugelassenen Yards (205.1) auf Platz 4 (Rams: 16. mit 283.6 Yards pro Spiel).

Injury Report

Wichtige Matchups

Kyler Murray vs. Matt Stafford
Die beiden Stamm-Quarterbacks dominieren vor dem Spiel die Schlagzeilen, und das zurecht. Die Kollegen bei ESPN haben sich weit aus dem Fenster gelehnt und betont, dass dieses Spiel ein QB-Shootout wird. Beiden wird zugetraut, für über 300 Yards zu werfen. Der Blick auf die Statistik sieht Matt Stafford vorne: Er erzielte bereits 3611 Yards und 30 Touchdowns bei neun Interceptions, Murray steht (bedingt durch die dreiwöchige Verletzungsunterbrechung) bei 2399 Yards und 19-7.

Rams Run Offense vs. Cardinals Run Defense
Beim Sieg gegen die Jaguars in der letzten Woche hatten die Rams in Person von Sony Michel zum ersten Mal einen Rusher, der mehr als 100 Yards erzielen konnte: Er erlief ganze 124, und das zum Teil gegen stark gestackte Boxen mit zusätzlichen Linebackern. Gegen die nur minimal bessere Run Defense der Cardinals (16. in Rushing Yards allowed, Jacksonville ist 21. mit durchschnittlich 3 Yards pro Spiel mehr) ist das wieder eine valide Option. Gut möglich, dass Sean McVay 13 Personnel (1 WR, 3 TE, 1 RB) oder einen sechsten OL aufs Feld zu stellen plant.

Receiver-Battle
Trotz der landläufigen Überzeugung, dass DeAndre Hopkins (37 Rec., 518 Yards) ein generationenübergreifendes Talent ist, führt er die Cardinals (nicht zuletzt auch wegen seiner Verletzung) gar nicht bei den Receiving Yards an. Das macht Slot Receiver Christian Kirk. Bei ihm stehen 50 Receptions, 632 Yards und 4 TDs auf der Habenseite. Bei den Rams ist es auch ein Slot Receiver, der die Lorbeeren erntet. Cooper Kupp ist bisher der beste Passempfänger in der gesamten Liga. Die Zahlen unterstreichen das eindrucksvoll: 100 Receptions, 1366 Yards, 11 Touchdowns. Hopkins ist allerdings der beste Receiver aus der Wüste von Arizona, was die Touchdowns angeht. Niemand hat dort mehr als er: achtmal hat ihn in der Endzone ein Pass erreicht. Die Receiver beider Teams werden erneut im Fokus der Kameras stehen. So auch der oben erwähnte A.J. Green sowie OBJ und Van Jefferson.

Fazit

Schon einmal haben die beiden Kontrahenten die Klingen gekreuzt. Damals war es eine recht eindeutige Angelegenheit. Die Cardinals-Defense ist allerdings seitdem personell geschwächt und die Rams haben im letzten Spiel gesehen, was möglich ist, wenn der Run richtig läuft. Zudem funktioniert der Arm von Kyler Murray noch nicht genauso gut wie vor seiner Verletzung. Er wirft im Schnitt für deutlich weniger Yards pro Spiel, wenn auch nicht weniger präzise. Das Spiel ist das erwartet hochspannende Rematch. Es wird knapp. Wenn die Rams sich nicht selbst durch offensive Turnover in den Fuß schießen und Sony Michel genauso dominant auftritt wie gegen Jacksonville, dann könnte ein Sieg für die Rams herausspringen. Wer auch immer dieses Match gewinnt, wird es mit weniger als sieben Punkten Unterschied tun. Stellt die Getränke kalt, wärmt die Popcorn-Maschine auf und kauft noch ein Glas Käsesauce für die Nachos - Cardinals vs. Rams II wird ein Blockbuster.